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Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung .  

Frauen bei Sensibilisierungsaktivität in Kongoussi

Hintergrund

Weibliche Genitalverstümmelung wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine „teilweise oder vollständige Entfernung oder Verletzung der weiblichen äußeren Genitale“ definiert. Sie ist oft sozial, religiös oder kulturell begründet und wird an in der Regel jungen Mädchen durchgeführt. Viele Frauen leiden ihr Leben lang unter den Folgen der Verstümmelung, einige sterben infolge des Blutverlustes oder einer Infektion. Weibliche Genitalverstümmelung, verharmlosend auch Beschneidung genannt, stellt somit eine fundamentale Verletzung der Menschenrechte von Frauen und Mädchen dar.

In Burkina Faso sind etwa 73% der 15 bis 49-jährigen Frauen betroffen. Laut einer nationalen Studie des nationalen Ausschusses gegen weibliche Genitalverstümmelung (Comité National de Lutte contre la Pratique de l’Excision, CNLPE) liegt die Zahl bei den unter 15-jährigen Mädchen bei rund 15%, jedoch verbirgt sich hinter diesem niedrigen Prozentsatz eine hohe Dunkelziffer. 1985 hat die Regierung zusammen mit verschiedenen Nichtregierungsorganisationen (NRO) und Frauengruppen den Kampf gegen diese Praxis aufgenommen und 1990 den nationalen Ausschuss gegen weibliche Genitalverstümmelung  gegründet. Dieser Ausschuss hat unter anderem das Nottelefon „SOS Excision“ eingerichtet, um der burkinischen Bevölkerung zu ermöglichen, anonyme Hinweise auf Exzisionen weiterzuleiten.

Szene eines Theaterstücks zum Thema MGF
Theaterstück zum Thema am nationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (18. Mai)

Mit der Erlassung eines Gesetzes im Jahre 1996 war Burkina Faso einer der ersten Staaten Afrikas, der weibliche Beschneidung mit Gefängnis- und Geldstrafen belegt und dem Kampf gegen Genitalverstümmelung einen rechtlichen Rahmen gibt. Trotz zahlreicher Sensibilisierungsmaßnahmen und Anstrengungen der staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteure lässt die Situation im Land noch zu wünschen übrig. Die strafrechtliche Verfolgung führt dazu, dass die Praktik entweder im Verborgenen weitergeführt wird oder in Nachbarländer verlegt wird, die noch über keine Gesetzgebung verfügen, wie beispielsweise Mali.

Engagement des DED Burkina Faso

Der DED Burkina Faso arbeitet momentan mit einer burkinischen Nichtregierungsorganisation (NRO), einer internationalen Organisation sowie einer deutschen Initiative zusammen, die sich im Kampf gegen Genitalverstümmelung in Burkina Faso engagieren.

1. Mwangaza Action

Mwangaza Action ist eine burkinische NRO, die landesweit agiert und darüber hinaus auf regionalen und internationalen Austausch ausgerichtet ist. Die Organisation, deren Name „Klarheit“ auf Swahili bedeutet, existiert seit 1995 und ist auch in anderen Ländern der Region tätig. Die Projekte von Mwangaza Action sind in folgenden Bereichen angesiedelt: reproduktive und sexuelle Gesundheit, HIV/AIDS-Aufklärung, außerschulische Bildung, Demokratie und Good Governance sowie Menschenrechte. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung und der Verbreitung von entsprechenden good/best practices.

Zur Stärkung dieses Bereichs wurde 2007 das Projekt CAP-MGF ins Leben gerufen, das die Aufarbeitung, Dokumentation und Verbreitung von viel versprechenden Ansätzen zur Überwindung von weiblicher Genitalverstümmelung zum Ziel hat. Dank einer Finanzierung der dänischen Kooperation kann CAP-MGF acht Organisationen der Zivilgesellschaft beraten und fortbilden sowie Kleinprojekte finanziell unterstützen und begleiten. Innerhalb der Partnervorhaben wird großer Wert auf die Verbesserung der angewandten Kommunikationsstrategien und –materialien gelegt, ebenso auf die Kompetenzentwicklung zum Monitoring der Aktivitäten. Schließlich sollen die von den Partnern umgesetzten Ansätze ausgewertet und gute Praktiken publiziert und bekannt gemacht werden.

Der DED Burkina Faso begleitet dieses Projekt derzeit mit einer deutschen sowie einer burkinischen Fachkraft und einer Entwicklungsstipendiatin. Durch die zielgruppenorientierte Auswahl der Partnerorganisationen und deren Ansiedlung in verschiedenen Landesteilen stellt das Engagement des DED bei Mwangaza Action eine thematische, aber auch geographische Ergänzung zum bilateralen Programm Menschenrechte und sexuelle Gesundheit (PROSAD) dar, das unter anderem ebenfalls in dem Bereich der weiblichen Beschneidung arbeitet, dies aber im Gegensatz zu CAP-MGF ausschließlich in den beiden Schwerpunktzonen der deutschen Kooperation.

Für weitere Informationen können Sie gerne die Webseite der Organisation besuchen: www.mwangaza-action.org.

2. UNICEF

UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, ist die führende internationale Organisation, die sich für den Schutz der Kinderrechte einsetzt. Aktiv in 190 Ländern, ist UNICEF seit 1978 auch in Burkina Faso vertreten. Hier arbeitet die Organisation im Bereich von Gesundheit und Ernährung, HIV/AIDS, Bildung, Wasser, Umwelt und Abwasserentsorgung sowie dem Schutz von Kindern, in dem unter anderem ein Projekt zur Bekämpfung der weiblichen Genitalverstümmelung angesiedelt ist.

In Zusammenarbeit mit dem nationalen Ausschuss gegen weibliche Genitalverstümmelung (CNLPE) und NROs wie Voix des Femmes und Mwangaza Action strebt das Programm eine möglichst vollständige Abschaffung der Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung an. Der Nationale Aktionsplan „Null Toleranz“ zielt auf eine deutliche Reduzierung der Exzisionsprävalenz um mindestens 30% bei den Unter-15-Jährigen bis zum Jahr 2012 und die vollständige Sensibilisierung der burkinischen Bevölkerung zu den negativen Folgen der Exzision. Diese ambitionierte Zielsetzung unterstützt der DED Burkina Faso durch die Entsendung einer Fachkraft, die sich insbesondere bei Planung, Monitoring und Evaluierung der Aktivitäten im Projekt einbringt, innovative Ansätze aufbereitet, durch das Angebot von Fortbildungen und Workshops die lokalen Programmpartner weiterbildet und finanzielle Partner sucht.

Für weitere Informationen können Sie gerne die Webseite von UNICEF Burkina Faso besuchen: www.unicef.org/bfa.

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